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VERANSTALTUNGEN *

# Buchvorstellung

Freitag, 16. Dezember 2016 um 19.00 Uhr

Lieben, was es nicht gibt.

Literatur, Pop und Politik bei Ronald M. Schernikau

Ronald M. Schernikau (1960-1991) veröffentlichte sein Debüt „Kleinstadtnovelle“ noch vor dem Abitur. Da hatte er schon einen ganzen Roman Leben hinter sich: in der DDR geboren, in den Westen von der Mutter geschmuggelt, zu einem Vater, der längst eine neue Familie hatte. Schwul zu sein war dann noch eine Facette mehr des Andersseins, das sich als Mittendrin verstand. Nach einem Studium am Literaturinstitut in Leipzig ließ er sich 1989 in die DDR rückeinbürgern. Sein letztes Buch, die „Legende“, soll 2017 wieder lieferbar sein, als erster von drei Bänden einer Werkausgabe, die im Verbrecher Verlag erscheinen wird. In Vorbereitung dieser Schernikau- Werkausgabe wurde im Jahr 2015 aus Perspektiven des Verlagswesens, der Literatur und Wissenschaft, des Journalismus und der Popkultur auf die Relevanz und das Wirken dieses Autors geblickt.

Dieser Band dokumentiert die Tagung im Literaturforum im Brecht-Haus. Mit Beiträgen von Martin Brandt, Dietmar Dath, Jens Friebe, Georg Fülberth, Sven Glawion, Marlies Janz, Christian Jäger, Thomas Keck, Mandy Köppen, Christine Künzel, Lucas Mielke, Helmut Peitsch, Ursula Püschel, Stefan Ripplinger, Erika Runge, Laura Schütz und Katja Stopka.

Jens Friebe, geb. 1975, ist Musiker und Autor, studierte Musikwissenschaft, Anglistik und Philosophie. Sein Debütalbum „Vorher Nachher Bilder“ galt als eines der besten deutschen Pop- Alben des Jahres 2004. Blog-Beiträge veröffentlichte er 2007 in dem Buch „52 Wochenenden. Texte zum Durchmachen“. Zudem ist er Kolumnist des Musikmagazins Intro. 2014 erschien sein fünftes Album „Nackte Angst zieh dich an wir gehen aus“.

Helmut Peitsch, geb.1948, studierte Germanistik, Politologie und Philosophie an der FU Berlin. Von 1985 bis 2001 lehrte er an verschiedenen Universitäten in Großbritannien und an der New York University, von 2001 bis 2016 war er Professor in Potsdam für Neuere deutsche Literatur.

Jörg Sundermeier, geb. 1970 ist Journalist und Verleger. 1995 gründete er mit Werner Labisch den Verbrecher Verlag, den er seit 2011 allein führt. 2016 wurde er mit dem Karl-Heinz Zillmer-Preis für verdienstvolles verlegerisches Handeln ausgezeichnet.


# NEU: Lesekreis "Das Kapital"

Donnerstag, 17. November 2016 um 19.00 Uhr

In der ersten Sitzung möchten wir organisatorische Angelegenheiten klären und eine kleine Einführung in das Werk "Das Kapital", dessen logischen Aufbau und die wissenschaftliche Vorgehensweise von Karl Marx geben.

Wenn ihr also Lust habt in etwas größerer Runde alle zwei Wochen zu lesen, zu verstehen und zu diskutieren, dann kommt vorbei (folgende Termine 1. und 15. Dezember 2016 ebenfalls im Buchladen Sputnik).

Bei Interesse schreibt bitte eine Email an: lesekreis.sputnik.potsdam@riseup.net

Die Geschichte der kapitalistischen Produktionsweise ist vergleichsweise kurz, aber dennoch sehr beachtlich: gewaltige Kriege, ungeheurer Wohlstand neben der bittersten Armut, Städte mit abermillionen Einwohnern, die drohende Vernichtung des globalen Ökosystems – all das und noch viel mehr können die vorhergehenden Gesellschaftssysteme nicht für sich verbuchen.

Bereits 1848 formulierten Marx und Engels im "Manifest der kommunistischen Partei" diese Vision der kapitalistischen Epoche und behielten dabei recht: “Die fortwährende Umwälzung der Produktion, die ununterbrochene Erschütterung aller gesellschaftlichen Zustände, die ewige Unsicherheit und Bewegung zeichnet die Bourgeoisepoche vor allen anderen aus. Alle festen eingerosteten Verhältnisse mit ihrem Gefolge von altehrwürdigen Vorstellungen und Anschauungen werden aufgelöst, alle neu gebildeten veralten, ehe sie verknöchern können. Alles Ständische und Stehende verdampft, alles Heilige wird entweiht, und die Menschen sind endlich gezwungen, ihre Lebensstellung, ihre gegenseitigen Beziehungen mit nüchternen Augen anzusehen.”

Lasst uns daher gemeinsam versuchen genau dies tun – die gesellschaftlichen Beziehungen mit nüchternen Augen betrachten. Obwohl laut Marx und Engels die Menschen dazu gezwungen sind: Getan wird dies in den aller seltensten Fällen. Auch dort wo eine kritische Untersuchung der gesellschaftlichen Beziehungen im Kapitalismus noch am ehesten zu leisten wäre, die Gesellschaftswissenschaften wie Soziologie, Wirtschaftswissenschaften, Philosophie und Politikwissenschaften, wird kaum Klarheit über die Verhältnisse hergestellt. Vor allem die Wirtschaftswissenschaften werden beherrscht von Marktschreiern und Marktideologen, deren Nüchternheit in Euphorie umschlägt, sobald ein Geschäft zu machen ist und denen selbst die größten humanitären und ökonomischen Katastrophen keinen Anlass dazu bieten, ihr Gerede von "der besten aller möglichen Welten" zu überdenken. Um eine kritische und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Gegenstand Kapitalismus sind dort die allerwenigsten ernsthaft bemüht.

Daher wollen wir mit allen Interessierten das Hauptwerk eines Theoretikers lesen, der antrat um “das ökonomische Bewegungsgesetz der modernen Gesellschaft zu enthüllen” – "Das Kapital" von Karl Marx. Doch war Marx nicht nur ein Wissenschaftler sondern auch ein umtriebiger Revolutionär. Mit der Einsicht in die innere Dynamik der kapitalistischen Produktion, so Marx, wird auch der Schein zerstört als sei diese Gesellschaftsformation irgendwie 'natürlich'. Vielmehr zeigt sich, dass der Kapitalismus nur eine bestimmte historische Produktionsweise ist, und eine ziemlich verrückte, gewaltvolle und zerstörerische obendrein. Somit kommt Marx auch am Ende von ersten Band des Kapitals zu dem Schluss: „Auf einem gewissen Höhegrad bringt sie [die kapitalistische Produktionsweise] die materiellen Mittel ihrer eignen Vernichtung zur Welt. Von diese Augenblick an regen sich Kräfte und Leidenschaften im Gesellschaftsschoße, welche sich von ihr gefesselt fühlen. Sie muss vernichtet werden, und sie wird vernichtet“ MEW 23, S. 789.

Nun war das freilich sehr optimistisch. Dass die Beendigung der kapitalistischen Produktionsweise noch auf sich warten lässt, bedarf keines Arguments. Und gerade deshalb ist ein genaues Verständnis des Zusammenhangs dieser Gesellschaft so wichtig.

Wir freuen uns auf euch!


# AUSSTELLUNG

14. Juli bis 14. Oktober 2016

Drucke und Plastiken

aus den Kursen der Kunstschule Potsdam


* Der Eintritt für die Veranstaltungen ist frei.


* Unsere Veranstaltungen werden unter Anderem gefördert durch


REGELMÄßIGE TREFFEN


Der Lesekreis

Ihr habt Interesse philosophische, soziologische, politische, literarische oder andere gesellschaftsrelevante Themen anhand von Texten zu bearbeiten und mit anderen zu diskutieren?
Dann kommt zum Lesekreis!
Wir informieren uns anhand von selbst ausgesuchten texten über themen wie z.b.: Warenproduktion und – verteilung, Arbeit, Nationalismus, Sexismus, Gender, Antisemitismus, Rassismus, Bildung, Atomkraft, internationale Konflikte... - oder was Du dir wünscht - und diskutieren anschließend über das gelesene. Wir würden uns sehr über deine Teilnahme freuen!

Kontakt: lesekreispotsdam@gmx.de


der lateinamerikaarbeitskreis tierra unida


trifft sich jeden donnerstag um 20 uhr


Die Räumlichkeiten des Buchladen Sputnik stehen Gruppen oder Einzelpersonen für Veranstaltungen zur Verfügung. Dazu sollte eine Anfrage an den Sputnik erfolgen und wir entscheiden dann kollektiv, wie wir mit der jeweiligen Anfrage verfahren.

Im Vorfeld bitten wir euch zu bedenken, dass nur eine begrenzte Anzahl an Sitzmöglichkeiten zur Verfügung steht, im Buchladen nicht geraucht werden darf, ihr die meiste Technik selber mitbringen, sowie selber Werbung machen müsst.


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